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Das Wochenende vom 28./29. August 1999 anlässlich des Jubiläums 10 Jahre Oelpintlipris

Dany und Olivia Moser luden zum zehnten Mal zum Oelpintlipris ein. Für das 10 Jahr Jubiläum hatten sich die Beiden etwas Besonderes ausgedacht. Zwei Tage im benachbarten Schwarzwald. Andere von Mosers organisierte Treffen dorthin waren bis anhin so gut, dass die Erwartungshaltung und die Resonanz auf die Einladung dementsprechend hoch waren.
16 Volvos mit über 40 Personen trafen sich somit am Samstag ab 8.00 Uhr in Koblenz beim Zoll. Als wir, als Letzte, eintrafen fanden wir eine fröhliche Schar von Volvo Freunden vor, die trotz des frühen Termins mit zum Teil grosser Anreise, erwartungsvoll der Dinge harrten die da kommen sollten. Trotz der frühen Morgenstunden wurde gescherzt, gelacht, Volvo Neuigkeiten und Volvo Teile ausgetauscht, Sonderzubehör begutachtet usw. Warme Getränke und frische Gipfeli verkürzten die Wartezeit bis zur Ansprache von Dany.
Nach der «offiziellen» Begrüssung und der Aushändigung des «Road-Books» - die «V»erfahrungen der letzten Schwarzwaldfahrt sind hier eingeflossen - ging es los. Wie reiht man eine Kolonne, bestehend aus 16 Volvos, lückenlos in den ohnehin schon beträchtlichen Samstäglichen Stau aus ungeduldig wartenden, lebensmitteleinkaufenden Aldi und anderen Grenzgängern ein, ohne dabei negativ aufzufallen? Ersteres durch Frechheit und Freihalten der Einfahrt und Zweites, dies geht gar nicht!
So bestanden wir das erste Abenteuer unter dem Motto «Wie man Freunde Gewinnt» zwar ohne Blessuren und relativ problemlos, dies trotz wüsten Beschimpfungen, kriminellen Überholmanövern und üblen Hupkonzerten. Was der Kaffee nicht schaffte, schaffte diese Übung. Man war wach und der Adrenalinspiegel stieg ein erstes Mal.
Nach dem Zoll ging es in flotter Fahrt über Titisee-Neustadt nach Furtwangen. Auf dem Weg dorthin wurde der erste Gasthof angesteuert, welcher jedoch bis zum Mittagessen nur für die Hausgäste geöffnet ist. Ein weiterer Versuch im Gasthof zur «Kalten Herberge» scheiterte kläglich. Der Gasthof heisst tatsächlich nicht nur so, nein, die Wirtin bemühte sich mit allen Kräften, dem Namen ihres Hauses alle Ehre zu machen. Ob so viel Schwarzwälder Gemütlichkeit fiel der «Znüni-Halt» für die meisten aus. Nur ganz Verwegene schafften es sich eine Schwarzwälder Kirschtorte zu Gemühte zu führen. Die Anderen nahmen den Weg nach Furtwangen unter die Räder.
Furtwangen feierte sein Stadtfest. Uns erwartete ein Besuch des Uhren- und Musikautomatenmuseums und des Trödler- und Brauchtumsmarkts. Bei schönstem Wetter machten sich die Einen auf den nächst gelegenen Gasthof aufzusuchen. Dort konnten sie zwar ihren Hunger stillen, verpassten dadurch aber, weil infolge Personalmangels die Zeche nicht beglichen werden konnte, die höchst interessante Führung durch das Deutsche Uhrenmuseum. Die Anderen, in weiser Voraussicht die Gasthöfe könnten aufgrund des Markttreibens überfüllt sein und die Möglichkeit für Speis und Trank sei am Markt ebensogut gegeben, stürzten sich ins fröhliche Marktreiben und erstanden da und dort eine Trouvaille.
Unter kundiger Führung wurde uns sodann die Entstehungsgeschichte der Uhr im Allgemeinen und im Speziellen der weltberühmten Schwarzwälder Kuckucksuhr nähergebracht. Den Abschluss bildete die Vorführung der Musikautomaten. Wer vom Markt noch nicht genug hatte, hielt weiter nach Schnäppchen Ausschau oder man traf sich zu Kaffee und Kuchen.
So gegen 18.00 Uhr machte sich der Volvo Tross auf zum Berggasthof Martinskapelle wo Dany das ganze Haus für uns reserviert hatte. Hier stieg der Adrenalinspiegel zum zweiten Mal. In «Monte Carlo Start Manier» galt es, sich ein Zimmer zu ergattern. Die Schlüsselvergabe endete in einem heillosen Durcheinander, welches sich wie durch ein Wunder damit auflöste, dass alle einen Schlafplatz hatten. Gewinner waren Robert mit einem Einzelzimmer und Willy, der sich das Zimmer mit fünf Frauen teilen durfte.
Nach der erfolgreichen Bettenverteilung traf man sich vor dem Gasthof und genoss die letzten Sonnenstrahlen dieses Super Tages bei einem Radler, einer Apfelschorle oder sonst etwas Flüssigem. So bald die Sonne hinter den Baumwipfeln verschwand, spürte man die Höhe und wenn man sich nicht mit einem Pullover ausrüstete verschwand man ziemlich schnell in der gemütlichen Gaststube. Der Wirt des aus dem Siebzehnten Jahrhundert stammenden Hauses lud zur Tafel. Bald war von überall lautes Gelächter zu vernehmen, Fotos vergangener Volvo Reisen kursierten, Anekdoten wurden gereicht, eine ausgelassene, fröhliche Stimmung herrschte.
Die Kinder massen sich im Wettbewerb um den schönsten ausgemalten Volvo, derweil sich die Erwachsenen im lösen kniffliger Fragen übten. Zu fortgeschrittener Stunde war der sonst wache Verstand beim Einen oder Anderen schon etwas getrübt, was zu lustigen Resultaten oder vorzeitiger Resignation führte. Ob es die ungewohnt dünne Luft des Hochschwarzwaldes war oder der Genuss eines Gläschen Weins entzieht sich der Kenntnis des Autors. Sieger des Wanderpreises wurde Beat Wirz. Den Preis für die geringste Anzahl Punkte durfte Tony Metzler entgegennehmen, verbunden mit der dankbaren Aufgabe, nächstes Jahr einen Anlass zu organisieren.
Ein Schokoladenratespiel beendete den fröhlichen Abend und nach einer geruhsamen, in absoluter Stille verbrachten Nacht, trafen sich alle wieder zum Frühstücksbüffet. Um die Köpfe von der vergangenen Nacht etwas auszulüften stand ein Spaziergang auf den auf 1148 müM stehenden Aussichtsturm Brend auf dem Programm. Das schöne Wetter hatte sich verabschiedet und machte der auf dieser Höhe üblichen feuchten Luft in Form von Nebel Platz. Bis auf einen kleinen Haufen von vier Personen, welche der müden Beine wegen, lediglich ins knapp vierhundert Meter entfernte Nachbargasthaus kamen, machten sich die restlichen Teilnehmer daran, den Aussichtsturm einzunehmen.
Aussicht war zwar keine, aber der Kopf war wieder frei für Neues. Während am Fusse des Aussichtsturmes die Teilnehmenden sich in dicke, warme Jacken gehüllt einem Glas Tee oder ähnlichem hingaben, servierten die Kellnerinnen in Kurzarm und mit blauen Lippen. Auch hier wurde ausgelassen über Volvo und die Welt diskutiert. Gegen Mittag zeigte sich die Sonne und der Spaziergang führte uns zurück zum Ausgangspunkt, Berggasthof Martinskapelle. Hier durfte Dany für sein phantastisches Engagement zum Wohle der Buckel-Volvo IG und seine 10 Jahre Organisation des Oelpintlipris eine kleine Anerkennung entgegennehmen. Dem Wirt wurde ein Andenken für die Gaststube überreicht und die Motoren für die Weiterfahrt nach dem Feldberg gestartet.
Nachdem sich der durchschnittliche Benzinkonsum so zwischen acht und zehn Litern bewegt, mussten wir lernen, dass mindestens ein Fahrzeug nicht unter 16 Litern wegkommt. Dies führte dazu, dass sich auf der langen Geraden auf den Feldberg, der giftgrüne Einfüllstutzen des Reservebenzinkanisters, optimal mit dem Olivgrünen Buckel und der Tannengrünen Kulisse des Schwarzwaldes harmonierte. Ausser moralischer Unterstützung und faulen Sprüchen, konnte der Autor hier aber nicht wirklich helfen.
Auf dem Feldberg angekommen, okkupierten wir fünf Bus Parkplätze. Drei Volvos ergeben die Länge eines grossen Busses. Voilà! Hier verteilten sich die Teilnehmer. Die Einen entschwanden mit der Sesselbahn in Richtung Spitze des Feldbergs, die Anderen suchten das Gasthaus auf. Was in der Küche gut klappte, machte das Bedienpersonal leider zunichte. Infolge Fehlens der Esswerkzeuge wurde die gute Absicht, nämlich warm zu essen, zu einer unerfreulichen Angelegenheit. Wie war dies mit dem Adrenalinspiegel? Einmal pro Tag? O.k. das war es. Nach einem kurzen Spaziergang traf man sich zu Schwarzwälder Torte und Kaffee wieder. Die Bedienung war «erste Sahne» wie der Kuchen übrigens auch. Rundum zufriedene Gesichter.
Viel zu rasch ging dieses Super Wochenende, das leider letzte von Dany und Olivia Moser organisierte Treffen unter dem Titel «Oelpintlipris», zu Ende. Vom Feldberg aus machte man sich Alleine oder in Grüppchen auf den Nachhauseweg. Die «Romanshorner» bildeten dabei den grössten Tross. Schön war es, einmal mehr. Unfallfrei und erfüllt mit schönen Erinnerungen sind alle gut nach Hause gekommen. Vielen Dank, Dany und Olivia, für Euer Engagement und die super Organisation.

Josef und Vreni Berglas

Herbstausflug 23./24. Oktober 1999

Als letzte Ausfahrt vor dem Winterschlaf wollten wir die Ostschweiz erkunden, also haben wir uns angemeldet für das Wochenende, für uns aber ohne den Freitag Abend, die Anreise von Basel ist etwas lang, wenn man noch arbeiten muss.
An der Anlegestation in Romanshorn waren wir die ersten, zwar etwas früh aber trotzdem nervös am falschen Ort gelandet zu sein. Kurz darauf traf der nächste Volvo ein und schon sank die Nervosität. Langsam trudelten jede Menge Autos ein, sogar die „Früheintreffer“ vom Freitag konnten sich vom Frühstücksbüffet lösen. In immer stärker werdendem Regen verliessen wir die Autos und bestiegen die Fähre nach Friedrichshafen und stärkten uns mit einem Kaffee an Bord.
Zum Glück liegt das Zeppelin Museum direkt am Hafen, so dass wir kaum nass wurden. Als erstes verzehrten wir das was in Deutschland ein „kleiner Teller“ genannt wird (bei uns wird das als Familienportion verkauft) und teilten uns anschliessend auf. Die Technik Freaks waren im Museum bestens aufgehoben, alleine die imposanten Exponate der Zeppeline machten die schiere Grösse der Flugzigarren deutlich. Andere spazierten in der Altstadt herum und brauchten die mitgebrachten D-Mark. Dann aber war die Zeit des Aufbruchs gekommen und wir tuckerten wieder zurück über den Bodensee. Bei solchen Anlässen ist es immer von Vorteil, wenn man Einheimische dabei hat, so konnten wir sowohl das Steuerhaus und den Maschinenraum besichtigen, eine Ehre die nicht allen zuteil wird.
In Romanshorn angekommen mussten wir vor der Weiterfahrt erst Wasser ablassen und Benzin auffüllen um für die Reise gewappnet zu sein. Im imposanten Tross ging es Richtung Appenzell bzw. Schwägalp wo das Etappenziel mit einem Bilderbuch-Sonnenuntergang auf uns wartete. Alle Autos wurden in Reih’ und Glied aufgestellt und gebührend bewundert und abgelichtet.
Die Zimmer übertrafen die Erwartungen und auch das Nachtessen liess keine Wünsche offen. Alle Kinder spielten wie die Engel zusammen und so konnten die Benzingespräche ihren Gang nehmen. Fotos von früheren Treffen machten die Runde, wie auch die Bilder der Restaurationen der Teilnehmer. Das Motto „Lieber früh am Morgen als spät am Abend ins Bett“ beherzten etliche der Anwesenden aber die Tagwache war gnädig angesetzt, so dass am nächsten Morgen alle rechtzeitig an der Talstation der Säntisbahn standen.
Nur waren wir nicht die Einzigen die in die Höhe wollten, ein Teil wurde daher auf die nächste Bahn vertröstet. Der erste Schnee hatte die Bergstation bereits eingenommen doch der Föhn sorgte für eine herrliche Fernsicht. Nach der Rückkehr auf die Schwägalp wurde nach einem Abschluss-Bitter wieder die Formation erstellt und die Fahrt ging nach Sulgen wo wir das Privatmuseum eines wahren Oldtimer Freundes besichtigen konnten.
Die ausgestellten Autos sowie die Erläuterungen des Besitzers waren erstklassig, der gereichte Apero ebenso; ein gelungener Abschluss des Wochenendes. Stolz durften wir auf die vielen Kinder sein, die brav an Tischen sassen und sich mit Papier und Farbstift beschäftigten ohne die wertvollen Ausstellungsstücke zu behelligen. Ein letzter Imbiss rundete den Anlass ab, der hervorragend organisiert war und allen Teilnehmern sicher nur in guter Erinnerung bleiben wird. 

Michael Krarup

 
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