Sie finden hier die Varianten des Volvo 544 mit den Änderungen im Laufe der Jahre und den wichtigsten Angaben zu den einzelnen Typenbezeichnungen.
1956 war der PV 444 schon 10 Jahre erfolgreich auf dem Markt und Volvo präsentierte den neuen 4-türigen Amazon. Jedermann war davon überzeugt, dass der „PV“ auslaufen würde, als Volvo den völlig überarbeiteten 444 unter der Bezeichnung 544 präsentierte. Volvo hatte sich entschlossen, den 444 zu modernisieren, dies nicht zuletzt aus Kostengründen. Das L-Modell entsprach zwar dem Stand der Technik für Fahrzeuge seiner Klasse, einzig das Aussehen war er etwas altmodisch.
Paul Frère schrieb 1958 in einem Testbericht über den PV 444 mit dem neuen Sportmotor B16 B in „Auto Motor und Sport“:
«Hätte ich nicht schon vor einem Jahr die Gelegenheit gehabt, einige hundert Kilometer mit dem damaligen, mit einem um 170 ccm kleineren Sportmotor ausgerüsteten Volvo zu fahren, wäre der Test des jetzigen Modells eine der grössten Überraschungen meines Testerlebens gewesen. Noch nie war mir ein serienmässiges Fahrzeug in die Hände gekommen, dessen Fahrleistungen in solchem frappanten Widerspruch zu seinem biederen, ja altmodischen Aussehen und auch zu seiner ganz nüchternen technischen Beschreibung standen: ganz normaler Vierzylinder, Kipphebelmotor, Dreiganggetriebe, starre Hinterachse, 4 Sitze, Gewicht rund 1000 kg und Höhe der 2türigen Karosserie nicht weniger als 1,56 m. Karosserieform: seit zehn Jahren unverändert, und auch in ihrer Jugendzeit eher zehn Jahre zurück als ihrer Zeit voraus.»
Vom PV 544 wurden total 244 000 Exemplare hergestellt, also 48 000 Einheiten mehr, als bei seinem Vorgänger PV 444. Der Buckel-Volvo war Volvo’s erstes Grossserienfahrzeug, beliebt bis zum Schluss.
1958 Volvo führte eine durchgreifende Aufwertung des PV 444 durch, der gleichzeitig in PV 544 umgetauft wurde. Er hatte nunmehr eine ungeteilte und etwas gewölbte Windschutzscheibe und die Heckscheibe wurde grösser. Er erhielt grössere Rücklichter und das Armaturenbrett war mit dem gleichen waagrechten Geschwindigkeitsmesser ausgestattet wie der P 122. Der Handbremshebel war auf dem Kardantunnel zwischen den Vordersitzen angeordnet und der Fondsitz bot nun drei Personen Platz. Eine willkommene Neuheit war auch die Möglichkeit, beim Getriebe zwischen vier und drei Gängen wählen zu können.
1959 Die Nachfrage für Volvo-Personenwagen nahm ständig zu. Deshalb wurde ein 4 000 000 m2 grosses Gelände im Göteborger Stadtteil Hisingen gekauft und die Vorbereitungen für das geplante PKW-Werk Volvo Torslanda konnten beginnen.
Sowohl der P 122 als auch der PV 544 wurden mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten versehen. Damit war Volvo weltweit der erste Autohersteller, der seine Fahrzeuge serienmässig mit Sicherheitsgurten lieferte.
1960 Die Jahresproduktion von Volvo überstieg 80 000 Fahrzeuge. Um allen Volvo-Besitzern eine PV-Garantie bieten zu können, wurde die Versicherungsgesellschaft Volvia gegründet.
Der 1. Januar war ein Jubiläumstag. Es wurde nämlich der 50 000. Volvo PV 444/544 für den Export in die USA verladen. In den USA lief der Absatz strahlend, jeder fünfte hergestellte Personenwagen von Volvo wurde dorthin exportiert.
Im Herbst 1960 wurde der Volvo Duett auf die neuen Spezifikationen angepasst, die im Zusammenhang mit der Einführung des PV 544 festgelegt worden waren.
1961 Den PV 544 gab es in drei Varianten: Favorit, Spezial und Sport. In diesem Jahr wurde der neue, strapazierfähige B18-Motor eingeführt, der mit Doppelvergaser beim PV 544 Sport 90 PS leistete. Ausserdem wurde die elektrische Anlage auf 12 Volt umgestellt und es wurden asymmetrische Scheinwerfer eingeführt.
1962 Die Serie 120 wurde um ein zweitüriges Modell und einen viertürigen Kombiwagen erweitert. Bei letzterem war die Hecktür waagrecht geteilt. Dieser Kombiwagen war der erste eigentliche Volvo-Kombiwagen, der vollen Personenwagen-Standard bot und deshalb schnell an Beliebtheit gewann.
1963 Der Umsatz des Volvo-Konzerns überschritt 2 Milliarden Kronen. Die Belegschaft war auf über 20 000 Personen angestiegen. Die USA waren der absolut grösste Exportmarkt. In der amerikanischen Verkaufsstatistik über Importfahrzeuge lag Volvo an vierter Stelle.
1964 Am 24. April wurde das Torslanda-Werk eingeweiht und am 26. wurde mit einem grossen Familienfest für die gesamte Belegschaft gefeiert. Drei Tonnen Wurst, Eis, Limonade und Gebäck fanden reissenden Absatz bei allen 26 000 Anwesenden.
Sowohl der PV 544 als auch die 120-Modelle erhielten neue Felgen für bessere Kühlung der Bremsen. Ausserdem wurde der Grill verändert und beim PV entfiel die Kühler-Jalousie.
1965 Am 20. Oktober rollte der letzte PV 544 vom Fliessband. Im selben Jahr gewann ein PV 544 die prestigeträchtige East African Safari Rallye, der Kenianer Joghinder Singh hatte den verunfallten Vorjahreswagen instand gestellt und war als Privatmann gestartet, ein grandioser Abgang. Über die Zeitspanne von 21 Jahren entstand der in Buckelvolvo in 440 000 Exemplaren, vom ersten Modell 1944 mit einem 40 PS starken Motor bis zum Sportmodell aus dem Jahre 1965 mit Doppelvergaser und 95 PS.
August 1958 – August 1960
Chassis-Nr. 196 005 – 295 499
Die Modelle Spezial I, II und Sport hatten hintere Seitenfenster die geöffnet werden konnten, Chromleisten um die Windschutz- und die Heckscheibe, Edelstahlzierringe an den Felgen, rostfreie Zierstäbe auf den Karosserieseiten und den Kotflügeln.
Die Modelle Standard und Spezial I hatten 3-Gang Getriebe vom Typ H6 mit nicht synchronisiertem erstem Gang. Die Modelle Spezial II und Sport hatten vollsynchronisierte 4-Gang Getriebe vom Typ M4 mit Achsübersetzungen 4,10:1 anstatt 4,56:1.
Der Sport verfügte über den stärkeren B16B Motor mit 85 SAE PS und allem Vorgenannten plus serienmässigen Sicherheitsgurten vorne, Tageskilometerzähler, Zweiton-Signalhorn, Scheibenwaschanlage, Lichthupe und hintere Kotschutzlappen.
Die Bezeichnungen wurden geändert. Autos mit einer 2 als zweitletzte Ziffer bezeichnen Fahrzeuge die im Ausland montiert wurden z.B. P 54424. Autos mit einer 3 (P 54435) bezeichnet ein Auto für den Norwegischen Markt.
Die USA-Modelle trugen die Bezeichnungen P 54408 und P 54409. P 54401 und P 54402 wurden ebenfalls nach USA verkauft. P 54409, P 54401 und P54402 wurden mit dem B16 A nach Amerika geliefert. P 54409 und P 54401 mit 3-Gang Getriebe.
Autos mit USA-Spezifikationen wurden bereits ab Ch-Nr. 293 559 mit der neuen Typenbezeichnung PV 544 B ausgeliefert.
Das Standard-Modell wurde in schwarz geliefert, die Spezial I und Spezial II-Modelle in schwarz, goldbeige, olivgrün und mitternachtsblau, das Sport-Modell in kirschrot (rubinrot) oder allen anderen Farben dieser Modellreihe.
Das grosse V-Emblem im Kühlergitter verschwand und wurde durch ein rundes goldfarbenes Volvo-Emblem ersetzt, ebenfalls verschwand das V-Emblem auf dem Kofferdeckel. Die „Mäusebrüstchen“ (Lucas Rückleuchte) wurden durch grosse Rücklichter (Hella) ersetzt. Der PV 544 war das erste Modell ohne getrennte Frontscheibe, dafür war sie leicht gewölbt. Um 17cm breitere Rücksitzbank mit auf den Seiten eingelassenen Armstützen, damit wandelte es sich vom 4 zum 5 Plätzer. Wahlweise 3 oder 4-Gang Getriebe. Handbremse auf dem Kardantunnel. Sicherheitsgurte gegen Aufpreis (ausser beim Sport-Modell). Das A-Modell ist das einzige Modell der Buckelvolvo Baureihe, das zwei Jahre gleich hergestellt wurde. Dies erklärt die hohe Zahl von 99 495 hergestellten Fahrzeugen.
- Gewölbte Panoramawindschutzscheibe vorne, ca. 25% grösser
- Heckscheibe tiefer nach unten gezogen und dadurch grösser
- Neues Instrumentenbrett mit Bandtacho 0-160 km/h
- Instrumentenbrett gepolstert
- Neues Lenkrad mit versenkter Nabe, neues Design Hupring
- Grosse Rückleuchten mit integrierten Reflektoren
- Vordere Blinker mit Parklicht auf den äusseren Kotflügelkanten, so auch sichtbar von der Seite
- Zusätzlicher Sicherungskasten mit 4 Sicherungen. Dieser Kasten verschwand ab Ch-Nr. 270 000
- V-Emblem im Kühlergrill ersetzt durch rundes goldfarbenes Volvo-Emblem
- Kein V-Emblem auf dem Kofferraum mehr
- 544 Emblem auf der Radioabdeckung, 544 Schriftzug auf dem Kofferraumdeckel unten links und bei den Standardmodellen auf den Motorhaubenseiten. Spezialmodelle mit angedeuteter Schwalbe auf den Motorhaubenseiten. Sportmodelle mit Sport-Emblem auf den Motorhaubenseiten (gilt nicht für die Export Sportmodelle). Das Sport-Emblem wurde auch auf der Radioabdeckung und auf dem Kofferraumdeckel montiert (gilt nicht für die Export Sportmodelle).
- Breitere Hintersitze, nun Platz für 5 Personen, neue Stoffe oder Kunstlederbezüge
- Armstützen hinten in Karosserie
- Handbremse auf Kardantunnel zwischen den Vordersitzen
- Neuer Dachhimmel mit Waffelmuster
- Neue Sonnenblenden
- Hintere Kotschutzlappen montiert bei allen Modellen ab Herbst 1959
- Sicherheitsgurten (Zweipunktgurten) wird zur Standardausrüstung bei den Sport-Modellen. Ab Ch-Nr. 240 202 wurden Dreipunktgurte montiert, Weltpremiere für Volvo.
- Neue Bremsen ab Ch-Nr. 207 866 mit Selbstverstärkung (Duo-Servo)
- Neues Abgassystem mit 2 Schalldämpfern ab Ch-Nr. 226 238
- Automatische Haubensperre ab Ch-Nr. 250 857
- Tageskilometerzähler montiert bei allen Modellen ab Ch-Nr. 270 322
- Andere Kontrolllampen im Tachometer ab Ch-Nr. 293 891- Zigarettenanzünder rechts vom Aschenbecher während der Produktion (vorher links)
August 1960 – August 1961
Chassis-Nr. 295 500 – 330 099
Das Standard-Modell wurde in schwarz geliefert, der Spezial I in schwarz, mitternachtsblau und pastellgrau, Spezial II in schieferblau, olivgrün und pastellgrau, das Sport-Modell in kirschrot (rubinrot) und olivgrün.
- Frontsitze breiter und stärker mit einer Wölbung für besseren Seitenhalt
- Blendfreier Innenraum-Rückspiegel
- Neues vollsynchronisiertes Getriebe mit der Bezeichnung M30 für 3-Gänge und M40 für 4-Gänge
- Lichthupe (mit Blinkfunktion) nun in allen Modellen
- Neuer Schalter für Frischluftventilator ab Ch-Nr. 328 197
- Neue Typenbezeichnungen für Modelle in Schweden:
Standard – P 544-11121B
Spezial I – P 544-11132 B
Spezial II – P 544-11134 B
Sport – P 544-11234B
Für den Export gab es weitere 13 Typenbezeichnungen
- Saxomat (automatische Kupplung), als fabriksmässige Extra-Ausrüstung nur in diesem Modelljahr
August 1961 – August 1962
Chassis-Nr. 330 100 – 367 999
Das Favorit-Modell wurde in schwarz und pastellgrau geliefert, das Spezial-Modell in rehbraun und nebelgrün, das Sport-Modell in rehbraun, nebelgrün, schieferblau, kirschrot und weiss.
Bei diesem Modell erfolgten tiefgreifende Änderungen. Die gesamt Elektrik wurde auf 12 Volt umgestellt und der drehfreudige B16 Motor durch den B18 ersetzt. Die Kurbelwelle war nun 5-fach gelagert (vorher 3-fach) und das Auto bekam einen grösseren Kühler. Das Spezial I Modell wurde eingestellt. Das Spezial II Modell wurde zum Spezial (P 544-11134 C). Das Grundmodell hiess nun Favorit.
- Neue Motoren. Typ B18 A mit 75 SAE PS und Typ B18 D mit 90 SAE PS, 5-fach gelagerte Kurbelwelle, grösserer Kühler
- Vorderachse verstärkt
- Neue Lenkung mit besserer Übersetzung
- 12 Volt Elektrik. Anlasser mit 1 PS. Batterie mit 60 Ah Kapazität. Nur 4 Sicherungen.
- Asymmetrisches Abblendlicht
- Lichthupe ohne Blinkerfunktion
- Geänderte Motorhaubenbefestigung neu mit Federhalterung
- Weitmaschigeres Kühlergitter
- B18-Emblem im Kühlergitter in rot ersetzt das runde goldfarbene Volvo-Emblem
- B18-Emblem auf der rechten unteren Kofferraumdeckelseite
- Alle äusseren Embleme „544“ und „Volvo“ nun in „Kursiv-Schrift“
- Sämtliche Modelle hatten ein 544-Emblem auf der Motorhaubenseite und auf der Radioabdeckung
- Neu gestaltete innere Fensterheber und Türöffner
- Bandtachoanzeige nun von 20 – 180 km/h
- Innendachhimmel aus Plastik in den Sport-Modellen (ohne Perforation)
- Mit dieser Modellserie wurden alle Modelle mit Zierleisten auf den Karosserieseiten und den Kotflügeln ausgeliefert
- Favorit Modell auch mit Hinterachsübersetzung 4,10:1
August 1962 – August 1963
Chassis-Nr. 368 000 – 395 099
Das Favorit-Modell wurde in schwarz, perlweiss und graphitgrau geliefert, das Spezial-Modell in rehbraun, nebelgrün, schieferblau, graphitgrau und perlweiss, das Sport-Modell in rehbraun, nebelgrün, schieferblau, kirschrot, perlweiss und graphitgrau.
Als grosse äussere Änderung erhielt dieses Modell die Radkappen vom Volvo Amazon mit dem roten Kreis und dem grossen V.
- Hohlräume mit Hohlraumschutz
- Radkappen mit rotem Kreis und V
- Neue Armstützen und Sicherheitsstopp an den Türen ab Ch-Nr. 369 714. Fahrzeuge mit der Innenausstattung 40-197 wurden weiterhin mit den alten Armstützen ausgeliefert
- Benzinpumpe ohne Glaskuppel ab Ch-Nr. 385 024
August 1963 – August 1964
Chassis-Nr. 395 100 – 419 299
Das Favorit-Modell wurde in schwarz, graphitgrau und perlweiss geliefert, das Spezial-Modell in graphitgrau, goldbeige und blaugrün, das Sport-Modell in graphitgrau, perlweiss, goldbeige, blaugrün und kirschrot.
- Innendachhimmel perforiert aus kunststoffbeschichtetem Plastik
- Neue Reifen mit der Grösse 6,00-15“, teilweise auch mit breiter oder schmaler Weisswand
- Neuer Ventildeckel mit Öleinfüllstutzen vorne (vorher in der Mitte)
- Grössere Tachokontrolllampen und grüne Beleuchtung (vorher weiss) ab Ch-Nr. 399 135
- Ab Ch-Nr. 410 400 gab es viele Detailänderungen beim Motor, ein Rohr zwischen Benzinpumpe und Vergaser und eine radioentstörte Zündung
August 1964 – August 1965
Chassis-Nr. 419 300 – 436 599
Das Favorit-Modell wurde in graphitgrau geliefert, das Spezial-Modell in graphitgrau, hellblau, dunkelblau und perlweiss, das Sport-Modell in perlweiss, hellblau, dunkelblau, graphitgrau und kirschrot.
- Silberne, oval gelochte Stahlräder mit Radkappen aus rostfreiem Stahl und schwarzem Kreis mit V. Keine Chromstahl Zierringe mehr
- Weisswandreifen nicht mehr lieferbar
- Neues schwarzes Emblem „544“ auf der Torpedoseite. Keine B18-Embleme mehr
- Das B18-Emblem im Grill wurde durch ein schwarzes Volvo-Emblem ersetzt
- Keine Kühlerjalousie mehr
- Favorit Modell erhielt ebenfalls das Zweiton-Signalhorn
August 1965 – Oktober 1965
Chassis-Nr. 436 600 – 440 000
Das Favorit-Modell wurde in graphitgrau geliefert, das Spezial-Modell in graphitgrau, hellblau, dunkelblau und perlweiss, das Sport-Modell in perlweiss, hellblau, dunkelblau, graphitgrau und kirschrot. Das letzte Fahrzeug, ein 544 Sport mit der Chassis Nr. 440 000, wurde in schwarz ausgeliefert. Weitere 25 Fahrzeuge der letzten Serie wurden an Werksmitarbeiter verlost, sie waren alle weiss lackiert.
Die Produktion des legendären Buckel-Volvo wurde am 20. Oktober 1965 eingestellt.
- PV 544 Sport durch höhere Verdichtung von 90 auf 95 SAE PS
- Neue Reifen mit der Grösse 165 S – 15“ für die Sport-Modelle